Schuldzinsen können nachträgliche Werbungskosten sein

Schuldzinsen nach Verkauf einer vermieteten Immobilie können nachträgliche Werbungskosten sein

Wird ein vermietetes Grundstück veräußert, bei dem noch ein Restbetrag Darlehen stehen bleibt, stellte sich immer die Frage, ob die Schuldzinsen nach der Veräußerung weiterhin Werbungskosten sein können.

Bereits mit Urteil vom 20.06.2012 stellte der BFH fest, dass solche Zinsen nachträgliche Werbungskosten sein können, wenn die Veräußerung der Immobilie innerhalb der Frist für private Veräußerungsgeschäfte (10 Jahre) erfolgte. Da der Verkauf dann steuerpflichtig sei, können auch die Zinsen weiterhin Werbungskosten sein.

In einem erneuten Urteil vom 08.04.2014 (Az: IX R 45/13) stellt der BFH klar, dass auch außerhalb der Frist für private Veräußerungsgeschäfte Zinsen auf „übriggebliebene“ Darlehen als nachträgliche Werbungskosten angesetzt werden können.

Voraussetzung hierfür ist aber, dass die Darlehen ursprünglich zur Finanzierung der Anschaffungs- oder Herstellungskosten dienten und der Verkaufserlös nicht ausreicht, um das Darlehen zu tilgen.

Wenn der Verkaufserlös ausreicht, um die Schulden zurückzuzahlen, das Darlehen aber aus anderen Gründen nicht getilgt wird, ist ein Werbungskostenabzug ausgeschlossen.

20.08.2014