Scheidungskosten außergewöhnliche Belastung?

Musterprozess gegen die Streichung der Abzugsfähigkeit von Ehescheidungskosten

Der Bundesverband der Lohnsteuerhilfe (BDL) teilte mit, dass die Lohnsteuerhilfe Bayern e. V. - sein größter Mitgliedsverein - zwei Musterprozesse vor dem Finanzgericht München gegen die Streichung der steuerlichen Abzugsfähigkeit von Ehescheidungskosten als außergewöhnliche Belastung eingeleitet habe. Mit der Klage soll erreicht werden, dass Scheidungskosten zukünftig wieder steuerabzugsfähig werden.

Scheidungskosten als außergewöhnliche Belastung

Hintergrund der Klageverfahren ist, dass die Regelung zur steuerlichen Absetzung der Kosten für private Rechtstreitigkeiten als außergewöhnliche Belastung durch den Gesetzgeber geändert wurde. Mit Ergänzung des Paragrafen 33 Abs. 2 EStG um den Satz 4, können Aufwendungen für private Rechtsstreitigkeiten ab dem Jahr 2013 in der Regel nicht mehr steuerlich geltend gemacht werden. Einzige Ausnahme: Rechtsstreitigkeiten, welche die Existenz des Steuerpflichtigen gefährden.

Soll ich meine Scheidungskosten in der Steuererklärung angeben?

Wir als Steuerberater empfehlen Ihnen, etwaige Kosten für eine Ehescheidung in Ihrer nächsten Steuererklärung als außergewöhnliche Belastungen anzugeben! Es ist zwar davon auszugehen, dass Finanzämter diese Kosten streichen werden, doch hiergegen können Sie mit Bezug auf das laufende Klageverfahren (Aktenzeichen: FG München, AZ 13 K 1421/14) Einspruch einlegen. Wir drücken die Daumen für einen erfolgreichen Prozessausgang!

30.07.2014